Kultur

 

Das Morgenland Festival Osnabrück setzt neue Standards in der Begegnung zwischen West und Ost. Schwerpunkt in diesem Jahr war die Musik der Uiguren, der muslimischen Minderheit in China. Stefan Buchen war vor Ort.

Die stehenden Ovationen in der ausverkauften Stadthalle von Osnabrück hielten lange an. So reagiert ein Publikum, das an etwas spürbar Besonderem teilgenommen und etwas lange Nachhallendes aufgesogen hat. 

Das Abschlusskonzert des Morgenland Festivals, bei dem in verschiedenen Kombinationen das Osnabrücker Symphonieorchester und die NDR-Bigband mit Instrumental- und Gesangssolisten aus Syrien und der westchinesischen Provinz Singkiang aufgetreten sind, war ein Reigen von Uraufführungen mit hohem musikalischen Anspruch. 

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Er gilt als Nachfolger des großen Nusrat Fateh Ali Khan: Faiz Ali Faiz aus dem pakistanischen Sharaqpur stammt aus einer langen Erblinie von Qawwali-Musikern. Bereits in der siebten Generation übt er den Gesang aus, der durch ekstatische Verzückung Kontakt zu Gott herstellen will. Stefan Franzen hat ihn interviewt.

Faiz Ali Faiz, die Musik der Sufi ist in der ganzen islamischen Welt verbreitet, vom Senegal bis Indonesien. Wie würden Sie einem Europäer die Besonderheiten der pakistanischen Sufi-Musik, des Qawwali erklären?

Faiz Ali Faiz: Der Qawwali entstand vor 700 Jahren, als islamische Gelehrte und Heilige auf den Subkontinent kamen. Es ist eine Musik, die als Gruppengesang ausgeführt wird, dazu spielen wir zwei Harmoniums, Rhythmusinstrumente und außerdem klatschen wir zum Rhythmus während wir singen. Die Texte verherrlichen Sufiheilige und den Propheten. Der Charakter der Musik hängt auch immer wesentlich von der Einstellung und den Gefühlen des Publikums ab, denn Qawwali hat sowohl religiöse als auch profane Züge. Er startete in den Tempeln, heutzutage wird er jedoch auch in Konzerthallen gespielt. Doch ganz gleich ob weltlich oder göttlich, die Botschaft des Qawwali ist immer Liebe.

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17.08.2010

Das Konzert - Ein Bekenntnis zur Musik

Filmplakat: Das Konzert

Radu Mihaileanu setzt seine filmische Linie mit dem Film "Konzert" fort. Der in Rumänien geborene Regisseur spannt in diesem Film einen inneren Bogen von Beziehungen und Kontrasten zwischen Moskau und Paris. Kern des Films ist das Konzert für Violine und Orchester von Tschaikowsky. Der Film ist ein Liebesbekenntnis zur Verwandlungs und Verbindungskraft von Musik. 

Mihaileanu lebt seit seinem 22. Lebensjahr in Frankreich und fühlt sich als Kosmopolit. In einem Interview spricht er vom "Humor als letzte Waffe gegen Diktatoren". Seine Filme vibrieren von überbordender Lebenslust und so kommt es, dass auch "Konzert" diesem Prinzip treu bleibt. Schon die ersten beiden Sequenzen zeigen die Spannweite des Hauptprotagonisten Andrei Filipow. In der ersten Einstellung scheint er ein Orchester zu dirigieren, ganz vertieft in die Musik, groß, erhaben, würdevoll. Doch schon in der zweiten Szene sieht man einen unterwürfig agierenden, gedemütigten Mann, der vom Direktor des Bolschoi Theaters gnadenlos angeraunzt wird. Nach und nach erfährt der Zuschauer, dass Filipow ehemaliger Moskauer Stardirigent des Bolschoi Theaters ist, der vor 30 Jahren zum Putzmann degradiert wurde, weil er sich geweigert hatte seine jüdischen Musiker zu entlassen. Durch die erste Szene ahnen wir, dass in dem gebrochen wirkenden Mann mehr steckt, als die Umstände zulassen. Doch das Leben scheint es gut mit Filipow zu meinen und er ergreift schon die erste Gelegenheit, durch die er sich zu seiner vollen Größe aufschwingen kann. Vom Direktor zum gründlichen Putzen seines Büros verdonnert, entdeckt Filipow ein eingehendes Fax vom Theater Le Chatelet aus Paris. Ohne zu zögern beschliesst er sein altes Orchester zu versammeln, nach Paris zu fahren und an dem offiziellen Bolschoi vorbei sein Konzert im Chatelet zu spielen. Vor 30 Jahren hatte er dieses Orchester auf das Konzert für Violine und Orchster von Tschaikowsky vorbereitet, wurde jedoch mitten in der Aufführung vom Direktor des Bolschoi als Volksverräter beschimpft. Filipows Sehnsucht nach Harmonie wurde jäh beendet, bevor sie erfüllt war.

Durch diverse Schwindeleien gelingt es ihm tatsächlich mit seinem Orchester in Paris anzukommen. Mihaileanu wirft hier einen interessanten Aspekt der Hochstapelei auf. Filipow schwindelt nicht nur um zu überleben, um zu seiner Würde zurück zu finden. Er schwindelt, um die Umstände, die ihn gefangen halten, zu überwinden - um schliesslich der zu werden, der er wirklich ist. Sein Leitmotiv ist Harmonie. In einer Schlüsselszene macht er einem Mitstreiter, der immer noch an der äusseren Errichtung eines kommunistischen Staates festhält, klar, dass ein Orchester wie eine Welt im Kleinen sei. Die Musiker erzeugen magische Klänge, die sich zu einer Harmonie fügen und wenn das der Fall sei, habe das Spiel des Orchesters den wahren Kommunismus geschaffen.

Mihaileanu hat hier ein Bekenntnis zur Musik abgelegt, wie es bei Sufis und anderen Mystikern immer wieder zu hören ist. Die Einheit oder Harmonie aller Menschen und aller Wesen ist eine musikalische Größe, die mit Worten nicht darstellbar ist. Dies scheint der genaue Gegenentwurf zu sein zu einer von Außen herbeizuführenden Ordnung, wie es in den kommunistischen Experimenten des vergangenen Jahrhunderts versucht wurde. Immerhin, kann man sagen, war in der Sowjetunion der Stellenwert der Musik sehr hoch. In diesem Jahrhundert wird die von Außen herbeigeführte Ordnung von radikal-islamischen Bewegungen und Staaten wie dem Iran angestrebt. Der Iran hat nicht nur schon länger den Musikunterricht in staatlichen Schulen verboten, seit einem halben Jahr gilt das uneingeschränkte Musik Unterrichtsverbot auch für private Schulen. Beobachter rechnen zukünftig mit einem vollständigen Verbot von Musik im Iran. 

Wenn wir Musik als einen Beitrag zur Würde des Menschseins betrachten, ist jeder gespielte Ton ein Beitrag zur Solidarität mit jedem einzelnen Menschen im Iran, der sich nach Freiheit sehnt. Filipow bekennt sich zu Musik. Mit diesem Ziel vor Augen setzt er alles ein, um die Momente der Harmonie zu erreichen. Das Leben meint es gut mit ihm.

Radio Free Europe - On July 16, a group of female musicians and dancers will perform the sama, a traditional dance of Sufi Islam, for the first time in Tehran. 

Thirty-five drummers will accompany the dancers of Ava-ye Mehrbani, or the Call of Kindness, as they spin round and round in circles -- a ritual that, according to Sufism, allows one to abandon the ego and reach enlightenment



The government of Iran forbids solo performances by female singers. But a group of women singing for an all-female audience is not banned -- and in fact happens more often than one would expect

Even so, the upcoming performance could run into trouble. Since Iran's 1979 Islamic Revolution, Sufis have been under pressure from the country's Shi’ite government, who object to their more mystical interpretation of Islam. The pressure has intensified since Mahmud Ahmadinejad became president in 2005. 

In 2007, the government heavily criticized an all-male performance of the sama on the 800th anniversary of the birth of Persian mystic poet Rumi.

But if all goes as planned, this possibly provocative combination of religious minority and female performers could draw as many as 1,300 viewers to Tehran’s Vahdat Hall -- all of them women.

„Der Film ist zur Erinnerung all jenen

gewidmet, die ihr Leben im Kampf für Freiheit

und Demokratie im Iran verloren haben –

von der Konstitutionellen Revolution 1906

bis zur Grünen Bewegung von 2009.“

Shirin Neshat, Regisseurin

ab Juli 2010 in deutschen Kinos zu sehen.

Am 20. Juni 2009 erschoss vermutlich ein Bassidschi Milizionär die auf den Straßen Teherans friedlich demonstrierende Neda Agha Soltan. Sie wurde weltweit zum Symbol für die Freiheitsbewegung im Iran.

People Of The World

People Of The World from Moonfleet & Other Stories (due for release: October 2010) by Chris de Burgh//Year Released: 2010

Let there be light where there was darkness,
Let there be love where there was hate,
Even in the terrors of the night,
Sooner or later, comes the day;

Let there be joy where there was sorrow,

Let there be hope where there was none,
And even as your life-blood flowed away,
Neda, your heart is living on;
People of the world stand up for freedom,
Voices call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men will fall,
For freedom will not wait anymore;
Let there be Spring where there was Winter,
Let there be green where there was grey,
Even as the Lion seems to sleep,
Sooner or later, he will wake;
People of the world stand up for freedom,
Voices call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men will fall,
For freedom will not wait here anymore;
Women of the world have died for freedom,
Hear them call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men must fall,
For freedom will not wait here anymore;
People of the world stand up for freedom,
Voices call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men will fall;
People of the world have died for freedom,
Hear them call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men will fall,
For freedom will not wait here anymore,
People of the world!
Written by Chris de Burgh
Published by Hornall Brothers Music Ltd.
All rights reserved Ferryman Productions Ltd. 2010
© 2010 Ferryman Productions Ltd.

Die grüne Welle - Iran elections 2009

Ali Samadi Ahadi zeigte eine 52 Minuten Version seines Films über die Ereignisse im Iran bei den Präsidentschaftswahlen 2009 im Iran mehr...
Helmut N. Gabel, mehriran.de, 22.06.10

Auf der Lauer nach der Fledermaus

Ausschnitt aus dem Buch "Albtraumkater" von Shahla Baversad. Gelesen als Abrundung der Konferenz "Die Menschenrechte im Iran -Unterstützung der Zivilgesellschaft aus Europa" am 14. Mai in der Melanchthon-Akademie zu Köln. mehr...
Shahla Baversad, Helmut N. Gabel, 16.05.10

Sufis: die Troubadoure aus dem Orient

Die Sufis, die Mystiker aus dem Orient, waren und sind heute noch in erster Linie große Philosophen und Gelehrte. Sie sind auch Dichter, Wissenschaftler und Magier, und bezeichnen sich selbst als „die Liebenden“. mehr...
Sabina Marineo, 19.03.10

Omîd, Musik für die Seele in Berlin

Im Rahmen der Konferenz "Die Menschenrechte im Iran - Unterstützung der Zivilgesellschaft aus Europa" spielt das Ensemble Omîd Sufi Weisen. Mit Gitarre, Querflöte, Daf und Gesang lassen Anneloes van Hout, Eva Mareike Knoche und Anne-Marie van den Bercken zauberhafte Klänge in die Welt. mehr...
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Omîd: Musik für die Seele

Das Ensemble Omîd spielt bezaubernde Sufi Musik in Köln. mehr...
Helmut N. Gabel, 24.01.10

Rosenduft in der Wüste

Der Duft von Rosen liegt in der Bergluft. Der Landwirt Hans Supenkämper ist zusammen mit dem landwirtschaftlichen Berater der Zahra Rosewater Company Mahdi Maazolahi auf den Feldern des iranischen Bergdorfes Mehdi Abad unterwegs, um den im letzten Herbst angesetzten Kompost zu begutachten. Hans Supenkämper, Mitarbeiter der WALA, der im Iran Bauern in biologisch-dynamischer Landwirtschaft berät, ist zufrieden. Die Pistazienschalen haben sich vollständig zersetzt, die entstandene Erde ist feinkrümelig, nicht zu trocken und nicht zu feucht und duftet angenehm. mehr...
Catrin Cohnen, viaWALA, 13.01.10

Ein Blick in die Geschichte des Sufitums

Ausschnitt aus der Vorlesung vom 3. Schah Nematollah Vali Symposium in Sevilla, Spanien mehr...
Dr. Mostafa Azmayesh, 22.12.09

Gott ist die Verlegenheit des menschlichen Verstandes

Sufi-Weise beschämen ihre Gegner mit Toleranz – Peter Brook inszeniert „Eleven and twelve“ in Paris mehr...
Helmut N. Gabel, 20.12.09

Herzrasen - Radiobeitrag von Oliver Cech

Daf, die mystische Trommel der Sufis mehr...
Oliver Cech, WDR 5, 18.12.09

Höchste Zeit für Europa die Bedeutung der Mystik zu erfassen

Das Buch "Am Schrein des roten Sufi" von Dr. Jürgen Wasim Frembgen fand reges Interesse im Goethe-Institut in Karatschi. mehr...
Helmut N. Gabel, 13.12.09
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