Auf die Schlagzeile oben klicken, um zu wunderschöner Tanbur Musik zu gelangen

26.12.2011

Chivalry

Wunderschöne Fotos aus dem Iran. Das gibt es eben auch neben den eklatanten Menschenrechtsverletzungen und der Willkür des Regimes. Schönheit in Natur und Bauwerken. Mögen die freiheitsliebenden Iranerinnen und Iraner den Bleimantel des Regimes bald ablegen!

 

 

Das Ensemble "Sarband" spürt die verbindenden Elemente aus nahöstlichen und europäischen spirituellen Musiktraditionen auf. Geleitet wird das Ensemble seit 1986 von dem in Bulgarien geborenen und in München lebenden Musikwissenschaftler und Musiker Vladimir Ivanoff. Mit ihm sprach Suleman Taufiq.

 Vladimir Ivanoff: "Spirituelle oder mystische Musik ist für mich die Form meiner persönlichen Religionsausübung"

"Sarband" ist ein persisches Wort, das in fast allen orientalischen Sprachen in Abwandlungen vorkommt, wie zum Beispiel im Türkischen und Arabischen. Es bedeutet "ein verbindendes Element". War der Name bei der Gründung programmatisch gedacht?

Vladimir Ivanoff: Wir haben den Namen gewählt, weil wir in jeder Beziehung eigentlich für das Verbindende von Kulturen stehen. Nicht für einen "cross-over", wo Musiker eingeladen werden, um gewissermaßen als orientalisches Gewürz zu spielen, aber nicht teil des Ganzen sind. Bei uns ist ein guter Teil des Ensembles seit 24 Jahren dabei. Es ist eine Besetzung mit arabischen, türkischen und italienischen Musikern, einer schwedischen Sängerin und einem englischen Instrumentalisten. 

In dieser Konstellation wollen wir anhand eines historischen Musik-Repertoires zeigen, dass diese Kulturen zusammen auf der Bühne stehen und musizieren können, als Zeichen des Friedens und dafür, dass es eine erfolgreiche Kommunikation der Kulturen auch außerhalb der Politik gibt.

Die musikalische Reise von Sarband begann 1990 mit dem Album "Cantico", das eine Gegenüberstellung der Musik der italienischen Laien-Bruderschaften der Laudesi aus dem 14. Jahrhundert und islamischer Sufi-Musik ist. Was war das Besondere an diesem Album?

Ivanoff: "Cantico" ist eine Zusammenstellung geistlicher Musik des Mittelalters aus Orient und Okzident, also Musik der türkischen Sufis aus dem 12. und 13. Jahrhundert und Musik aus dem Kreis des Franziskus von Assisi, der zweimal den Nahen Osten bereist hatte und sehr stark vom sufischen Gedankengut beeinflusst war. 

Die nächste Arbeit, die im gleichen Jahr erschien, war eine CD mit dem Titel "Music of the Emperors". Mit dem Vergleich der musikalischen Traditionen von Orient und Okzident wollten Sie nicht nur die musikalischen Gemeinsamkeiten, sondern auch die wesentlichen Unterschiede zeigen. Inwiefern haben die beiden Kulturen sich ausgetauscht und befruchtet?

Dem Sufismus und der abendländischen Tradition verpflichtet: Musikalisch überzeugend verbindet Sarband europäische Walzer mit sogenannten religiösen Sema-Walzern von Dede Efendi.

Ivanoff: Auf dem Album haben wir uns mit höfischer Musik vom Hof des berühmten Stauferkaisers Friedrich II. in Palermo und vom Hof Tamerlans, des Begründers der timuridischen Dynastie, in Samarkand befasst. Es sind zwei Fürsten, die die gesamte Welt beherrschen wollten und eine Art Weltmusik an ihren Höfen veranstaltet haben. Deswegen hatte Friedrich sehr viele nahöstliche, arabische Musiker da. Er interessierte sich bekanntermaßen sehr stark für die arabische Kultur. Tamerlan hatte ein Orchester mit Musikern aus allen von ihm unterworfenen Gebieten. Es geht also um Weltmusik als Zeichen der Herrschaft, das ist das Gemeinsame.

 

Sie sind in Bulgarien geboren. Hat Ihre Herkunft damit zu tun, dass Sie sich mit den musikalischen Beziehungen zwischen den Kulturen beschäftigt haben? 

Vladimir Ivanoff: Ich kam mit viereinhalb Jahren mit meiner Mutter nach Deutschland und war vermutlich im Unterbewussten auf Spurensuche, weil Bulgarien beides ist, Orient und Okzident. Es war sechshundert Jahre Teil des Osmanischen Reiches, also unter türkischer Herrschaft. Schon die Kreuzfahrer sind durch Bulgarien gezogen. Dadurch hat sich in diesem Land alles gemischt. Für mich ist Bulgarien daher ein Labyrinth verschiedener Kulturen: ein bisschen Europa und gleichzeitig ein bisschen Orient.

Warum beschäftigen Sie sich hauptsächlich mit den mystischen Musiktraditionen?

Ivanoff: Spirituelle oder mystische Musik ist für mich die Form meiner persönlichen Religionsausübung. Obwohl ich ein gläubiger Mensch bin, habe ich zunehmend Schwierigkeiten, mich einer bestimmten Religion zugehörig zu fühlen. Ich fühle mich schon als Christ, aber nach so langer Beschäftigung mit den verschiedenen islamischen Kulturen und Musiken fühle ich mich auch ein wenig als Muslim. Ich könnte deswegen heute nicht mehr sagen, welcher Religion ich konkret angehöre. 

Es gibt den einen Gott, und an den glauben wir oder nicht. Die mystische Glaubensäußerung bewegt sich außerhalb von Konfessionen und Religionen. Man kann daher nicht wirklich sagen, dass zum Beispiel die Musik der Sufis eine streng islamische Musik ist. Die Mystik ist eine Religion der Liebe, die sich auf alle Menschen bezieht, die mit Gott in Verbindung treten wollen oder mit Gott in Verbindung stehen. Mich interessiert christliche Mystik und altchristliche Musik, weil es damals - wir sprechen jetzt vom 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. – noch nicht die konfessionellen Probleme gab, die zwischen Protestanten, Katholiken und den Orthodoxen teilweise ins Lächerliche ausarteten. 

Sie haben sich auch mit der Zeit des 19. Jahrhunderts beschäftigt. Warum? Was war so besonders in der Musik des Orients und Okzidents in dieser Epoche? 

Ivanoff: Im frühen 19. Jahrhundert gab es eine große Walzer-Mode in Europa. Das schwappte, wie später das Tango-Fieber auch, natürlich ins Osmanische Reich über. Dort gab es Komponisten, denen die Walzer gefielen, aber in der nahöstlichen Tradition sind die Rhythmen des Walzers immer mit Mystik verbunden. Deswegen schrieb beispielsweise der bekannte omanische Komponist Dede Efendi einen "Sema", einen Drehtanz der Mevlevi-Derwische, mit Walzer-Elementen. Dem Tanz wohnt ja auch immer ein mystisches Element inne. Wir haben also europäische Walzer mit den religiösen Sema-Walzern von Dede Efendi verbunden.

Das aktuelle Projekt von Sarband heißt "Eine Arabische Passion: Johan Sebastian Bachs Passionsmusiken in heutiger und arabischer Metamorphose". Mit einer arabisch-europäischen Besetzung haben Sie Bachs Melodien ins Arabische verwandelt. Wie kamen Sie auf diese Idee, Bachs Passion auf Arabisch mit der Stimme von Fadia El Haj zu präsentieren? 

Ivanoff: Normalerweise würden wir bei Sarband niemals Musik von Bach spielen. Aber gerade die Passionen von ihm sind eine der tiefsten Ausdrücke von Glauben und auch vom Leid des Menschen. Wir nahmen die Melodien wie sie sind. Keine Note ist verändert, aber unsere arabische Sängerin Fadia El Haj singt die Alt-Arien auf Arabisch. Die Texte sind ins Arabische übersetzt. Dabei haben wir eine Mischung von alten Musikinstrumentalisten, arabischen klassischen und Jazz-Musikern eingesetzt. Und wir konfrontieren die Musik mit der heutigen katastrophalen Situation im Nahen Osten, der Heimat von Jesus.

Quelle: Qantara.de

05.01.2011

Die Mutter

© Aramesh

Unter den Flügeln der Nacht
krieche ich müde durch die 
Gassen des Vergessens.
Trunken reibe ich die verbrannten
Sterne unter meinen Augenlidern und
taumle blind dem Morgen entgegen. 

Das Dach der Sonne ruht auf
versengten Feldern und die Fontäne
einer gesummten Melodie erstirbt
durch einen Schuss.
Asche ist auf mein Haar gefallen
und die Spiegel der Erinnerung rufen
meinen Namen.

(Zum Gedenken an alle persischen Mütter in Trauer, die in Teheran unerschrocken jeden Freitag in den Parks gegen die Tötung ihrer Kinder protestieren.)

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

08.10.2010

Beautiful buildings in Iran

Das Morgenland Festival Osnabrück setzt neue Standards in der Begegnung zwischen West und Ost. Schwerpunkt in diesem Jahr war die Musik der Uiguren, der muslimischen Minderheit in China. Stefan Buchen war vor Ort.
Die stehenden Ovationen in der ausverkauften Stadthalle von Osnabrück hielten lange an. So reagiert ein Publikum, das an etwas spürbar Besonderem teilgenommen und etwas lange Nachhallendes aufgesogen hat. 
Das Abschlusskonzert des Morgenland Festivals, bei dem in verschiedenen Kombinationen das Osnabrücker Symphonieorchester und die NDR-Bigband mit Instrumental- und Gesangssolisten aus Syrien und der westchinesischen Provinz Singkiang aufgetreten sind, war ein Reigen von Uraufführungen mit hohem musikalischen Anspruch. 

Weiterlesen auf qantara.de

Dieser Link lohnt, Schönheit über Schönheit der Natur in Iran.

Er gilt als Nachfolger des großen Nusrat Fateh Ali Khan: Faiz Ali Faiz aus dem pakistanischen Sharaqpur stammt aus einer langen Erblinie von Qawwali-Musikern. Bereits in der siebten Generation übt er den Gesang aus, der durch ekstatische Verzückung Kontakt zu Gott herstellen will. Stefan Franzen hat ihn interviewt.

Faiz Ali Faiz, die Musik der Sufi ist in der ganzen islamischen Welt verbreitet, vom Senegal bis Indonesien. Wie würden Sie einem Europäer die Besonderheiten der pakistanischen Sufi-Musik, des Qawwali erklären?
Faiz Ali Faiz: Der Qawwali entstand vor 700 Jahren, als islamische Gelehrte und Heilige auf den Subkontinent kamen. Es ist eine Musik, die als Gruppengesang ausgeführt wird, dazu spielen wir zwei Harmoniums, Rhythmusinstrumente und außerdem klatschen wir zum Rhythmus während wir singen. Die Texte verherrlichen Sufiheilige und den Propheten. Der Charakter der Musik hängt auch immer wesentlich von der Einstellung und den Gefühlen des Publikums ab, denn Qawwali hat sowohl religiöse als auch profane Züge. Er startete in den Tempeln, heutzutage wird er jedoch auch in Konzerthallen gespielt. Doch ganz gleich ob weltlich oder göttlich, die Botschaft des Qawwali ist immer Liebe.

Weiterlesen auf Qantara.de 

17.08.2010

Das Konzert - Ein Bekenntnis zu Musik

Filmplakat: Das Konzert

Radu Mihaileanu setzt seine filmische Linie mit dem Film "Konzert" fort. Der in Rumänien geborene Regisseur spannt in diesem Film einen inneren Bogen von Beziehungen und Kontrasten zwischen Moskau und Paris. Kern des Films ist das Konzert für Violine und Orchester von Tschaikowsky. Der Film ist ein Liebesbekenntnis zur Verwandlungs und Verbindungskraft von Musik. 

Mihaileanu lebt seit seinem 22. Lebensjahr in Frankreich und fühlt sich als Kosmopolit. In einem Interview spricht er vom "Humor als letzte Waffe gegen Diktatoren". Seine Filme vibrieren von überbordender Lebenslust und so kommt es, dass auch "Konzert" diesem Prinzip treu bleibt. Schon die ersten beiden Sequenzen zeigen die Spannweite des Hauptprotagonisten Andrei Filipow. In der ersten Einstellung scheint er ein Orchester zu dirigieren, ganz vertieft in die Musik, groß, erhaben, würdevoll. Doch schon in der zweiten Szene sieht man einen unterwürfig agierenden, gedemütigten Mann, der vom Direktor des Bolschoi Theaters gnadenlos angeraunzt wird. Nach und nach erfährt der Zuschauer, dass Filipow ehemaliger Moskauer Stardirigent des Bolschoi Theaters ist, der vor 30 Jahren zum Putzmann degradiert wurde, weil er sich geweigert hatte seine jüdischen Musiker zu entlassen. Durch die erste Szene ahnen wir, dass in dem gebrochen wirkenden Mann mehr steckt, als die Umstände zulassen. Doch das Leben scheint es gut mit Filipow zu meinen und er ergreift schon die erste Gelegenheit, durch die er sich zu seiner vollen Größe aufschwingen kann. Vom Direktor zum gründlichen Putzen seines Büros verdonnert, entdeckt Filipow ein eingehendes Fax vom Theater Le Chatelet aus Paris. Ohne zu zögern beschliesst er sein altes Orchester zu versammeln, nach Paris zu fahren und an dem offiziellen Bolschoi vorbei sein Konzert im Chatelet zu spielen. Vor 30 Jahren hatte er dieses Orchester auf das Konzert für Violine und Orchster von Tschaikowsky vorbereitet, wurde jedoch mitten in der Aufführung vom Direktor des Bolschoi als Volksverräter beschimpft. Filipows Sehnsucht nach Harmonie wurde jäh beendet, bevor sie erfüllt war.

Durch diverse Schwindeleien gelingt es ihm tatsächlich mit seinem Orchester in Paris anzukommen. Mihaileanu wirft hier einen interessanten Aspekt der Hochstapelei auf. Filipow schwindelt nicht nur um zu überleben, um zu seiner Würde zurück zu finden. Er schwindelt, um die Umstände, die ihn gefangen halten, zu überwinden - um schliesslich der zu werden, der er wirklich ist. Sein Leitmotiv ist Harmonie. In einer Schlüsselszene macht er einem Mitstreiter, der immer noch an der äusseren Errichtung eines kommunistischen Staates festhält, klar, dass ein Orchester wie eine Welt im Kleinen sei. Die Musiker erzeugen magische Klänge, die sich zu einer Harmonie fügen und wenn das der Fall sei, habe das Spiel des Orchesters den wahren Kommunismus geschaffen.

Mihaileanu hat hier ein Bekenntnis zur Musik abgelegt, wie es bei Sufis und anderen Mystikern immer wieder zu hören ist. Die Einheit oder Harmonie aller Menschen und aller Wesen ist eine musikalische Größe, die mit Worten nicht darstellbar ist. Dies scheint der genaue Gegenentwurf zu sein zu einer von Außen herbeizuführenden Ordnung, wie es in den kommunistischen Experimenten des vergangenen Jahrhunderts versucht wurde. Immerhin, kann man sagen, war in der Sowjetunion der Stellenwert der Musik sehr hoch. In diesem Jahrhundert wird die von Außen herbeigeführte Ordnung von radikal-islamischen Bewegungen und Staaten wie dem Iran angestrebt. Der Iran hat nicht nur schon länger den Musikunterricht in staatlichen Schulen verboten, seit einem halben Jahr gilt das uneingeschränkte Musik Unterrichtsverbot auch für private Schulen. Beobachter rechnen zukünftig mit einem vollständigen Verbot von Musik im Iran. 

Wenn wir Musik als einen Beitrag zur Würde des Menschseins betrachten, ist jeder gespielte Ton ein Beitrag zur Solidarität mit jedem einzelnen Menschen im Iran, der sich nach Freiheit sehnt. Filipow bekennt sich zu Musik. Mit diesem Ziel vor Augen setzt er alles ein, um die Momente der Harmonie zu erreichen. Das Leben meint es gut mit ihm.

20.06.2010

Schönheit der Landschaft im Iran im Gedenken an Neda Agha Soltan

Radio Free Europe - On July 16, a group of female musicians and dancers will perform the sama, a traditional dance of Sufi Islam, for the first time in Tehran. 

Thirty-five drummers will accompany the dancers of Ava-ye Mehrbani, or the Call of Kindness, as they spin round and round in circles -- a ritual that, according to Sufism, allows one to abandon the ego and reach enlightenment.

The government of Iran forbids solo performances by female singers. But a group of women singing for an all-female audience is not banned -- and in fact happens more often than one would expect
Even so, the upcoming performance could run into trouble. Since Iran's 1979 Islamic Revolution, Sufis have been under pressure from the country's Shi’ite government, who object to their more mystical interpretation of Islam. The pressure has intensified since Mahmud Ahmadinejad became president in 2005. 
In 2007, the government heavily criticized an all-male performance of the sama on the 800th anniversary of the birth of Persian mystic poet Rumi.
But if all goes as planned, this possibly provocative combination of religious minority and female performers could draw as many as 1,300 viewers to Tehran’s Vahdat Hall -- all of them women.

„Der Film ist zur Erinnerung all jenen

gewidmet, die ihr Leben im Kampf für Freiheit

und Demokratie im Iran verloren haben –

von der Konstitutionellen Revolution 1906

bis zur Grünen Bewegung von 2009.“

Shirin Neshat, Regisseurin

ab Juli 2010 in deutschen Kinos zu sehen.

Am 20. Juni 2009 erschoss vermutlich ein Bassidschi Milizionär die auf den Straßen Teherans friedlich demonstrierende Neda Agha Soltan. Sie wurde weltweit zum Symbol für die Freiheitsbewegung im Iran.

People Of The World

People Of The World from Moonfleet & Other Stories (due for release: October 2010) by Chris de Burgh//Year Released: 2010

Let there be light where there was darkness, 
Let there be love where there was hate,
Even in the terrors of the night, 
Sooner or later, comes the day; 

Let there be joy where there was sorrow,

Let there be hope where there was none,
And even as your life-blood flowed away, 
Neda, your heart is living on;
People of the world stand up for freedom,
Voices call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger, 
And Evil men will fall, 
For freedom will not wait anymore;
Let there be Spring where there was Winter,
Let there be green where there was grey,
Even as the Lion seems to sleep, 
Sooner or later, he will wake; 
People of the world stand up for freedom,
Voices call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men will fall, 
For freedom will not wait here anymore;
Women of the world have died for freedom, 
Hear them call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men must fall, 
For freedom will not wait here anymore;
People of the world stand up for freedom,
Voices call from a distant shore, 
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men will fall;
People of the world have died for freedom,
Hear them call from a distant shore,
For the winds of change are blowing stronger,
And Evil men will fall, 
For freedom will not wait here anymore,
People of the world!
Written by Chris de Burgh
Published by Hornall Brothers Music Ltd. 
All rights reserved Ferryman Productions Ltd. 2010
© 2010 Ferryman Productions Ltd.

Konzert zur Erinnerung an den Marsch von 60.000 Derwischen auf das Parlament in Teheran vor einem Jahr. Sie hatten jahrelang Angriffe, Verleumdungen, Verhaftungen und Zerstörungen ihrer Versammlungshäuser erduldet. Um weitere Angriffe radikaler Gruppierungen, die unter den Fittichen der Regierung agierten, zu verhindern, fuhren sie aus dem ganzen Land nach Teheran und durchbrachen mit ihrem friedlichen und starkem Auftreten die Atmosphäre der Angst, die im Iran gegenüber den Sicherheitskräften herrschte. Das Konzert war gleichermaßen allen Menschen  im Iran gewidmet, die nach Freiheit und Selbstbestimmung dürsten.

20.11.2009

Schönheit Iran's in Bildern

Nach oben

19.09.2008

Sehnsucht nach Einheit – Rumi ist 800 Jahre alt

Interview mit Dr Seyed Azmayesh

In Mazar-i-Sharif erfreute die Geburt eines Jungen am 30. September 1207 seine Familie. Es sollte ein geschichtsträchtiges Datum werden. Am 8. Mai 2007 konzentriert sich das öffentliche Leben in der Türkei auf die Stadt Konya und ihre Besucher aus aller Herren Länder. Sie kommen dem Dichter des Masnawi, dem Buch der mystischen Liebe zu huldigen oder zumindest, um sich seiner vor Ort zu erinnern. Sie kommen, um seinen 800sten Geburtstag zu feiern. In Konya hat der Dichter und Mystiker Mowlana Rumi gewirkt, der seinerzeit viele einfache Menschen und Würdentraeger gleichermassen durch seine Lehren und sein Wirken angezogen und zu spiritueller Praxis inspiriert und angeleitet hat.


Helmut N.Gabel: Sie haben sich mit Rumi in besonderer Weise beschäftigt. Nicht nur können Sie den grössten Teil seiner Dichtungen aus dem Gedächtnis rezitieren, sie gelten auch als ein Kenner seiner Biografie. Wie steht es um Rumi heutzutage?
Dr Azmayesh: In Mazar-i-Sharif ist er 1207 in die Familie eines bedeutenden Sufi-Lehrers hineingeboren. (1)
800 Jahre spaeter steht sein mystisch-dichterisches Werk – obwohl in einer hermeneutischen Sprache verfasst – auf den Verkaufslisten ganz oben. Weltweit und aus unterschiedlichen Kulturen und religiösen Zusammenhängen suchen Menschen den Geist Rumis zu fassen und in unserer Zeit lebbar zu machen.
Auch in der Türkei erinnert man sich wieder öffentlich eines bedeutenden Bewohners des ehemaligen Seldschuckenreiches. Die Behörden lassen mehr und mehr das Interesse um Rumi zu, ja fördern dieses vermutlich aus touristischen und imageträchtigen Erwägungen heraus. 
1924 liess Atatürk alle Sufi-Schulen konsequent schliessen und die Nachfolger Rumis wurden um diese Zeit zu bedeutungslosen Zeitgenossen degradiert, Sufitum in die privaten Kammern weniger Unerschütterlicher verbannt. Das war vorher ganz und gar anders, denn die Meister des Ordens, der von den Nachfolgern Rumi's aufgebaut wurde,  galten als Berater der Sultane des Osmanischen Reiches und waren hochangesehen. Jede bedeutende Stadt im osmanischen Reich hatte eine Sufi-Schule.

Rumis Geist

H.N.G.: Was betrachten Sie als Rumis Geist? 
Dr A.:  Als Philosophen wird man ihn schwerlich bezeichnen. Eher als jemanden, der eine bestimmte Sicht auf die Welt hatte. Kern dieser Sicht auf die Welt: Liebe zur Welt und zu den Menschen und das Aufheben der Grenzen jeglicher Ideologie oder jeglichen Anspruchs auf religiöse Alleingültigkeit. 
H.N.G.: Wie kam er dazu, eine solche Weltsicht zu haben?
Dr A.: Rumi’s Vater war ein bekannter Mystiker seiner Zeit. Er war der Vertreter eines Sufi- Zweiges, der in der spirituellen Nachfolge Nadschmadineh Kobraah’s stand.(2) 
Die Schule von Nadschmadineh Kobraah war die zu seiner Zeit am weitest fortgeschrittene und entwickelte Sufi-Schule in der islamischen Welt und fand allerhöchste Anerkennung. Nadschmadineh Kobraah hatte den Auftrag von seinem Sufi Meister nach Sibirien, mitten in die Welt der Schamanen zu gehen und ihren Einfluss zu begrenzen. Zu dieser Zeit herrschte in diesen unruhigen Gebieten  
Der Herrscher der Khorasischen Reiches, Khorasmshah,, war sehr interessiert an den Lehren der Sufis. Er folgte dem Unterricht von Nadschmadineh Kobraah. Dieser Herrscher war ein Trinker und nicht jederzeit zurechnungsfähig, so dass er sein Reich despotisch regierte. 

Zwischen Sufi und Philosoph, Herrscher im Dilemma

Gleichzeitig lebte der nach Avicenna bekannteste Philosoph innerhalb des Islam in Balkh (damaliger Name von Masar -i-Sharif): Zaccharias Ghazi. 
Neben den islamischen Ayatollahs, konkurrierten jetzt zwei weitere Geistesrichtungen um die Gunst des Herrschers: Ghazi, der Philosoph und Nadschmadineh Kobraah, der Mystiker. Mit den islamischen Ayatollahs konnten sich beide Richtungen arrangieren, aber untereinander entbrannte ein Geisteskampf. Zu Beginn wandte sich der Herrscher dem Mystiker zu, bis ihn eine List von Ghazi in Zweifel stürzte.
Ghazi lud den Herrscher in seine Schule ein mit dem Hinweis, ein bedeutender Sufimeister sei zu Besuch und der Herrscher müsse ihn unbedingt aufsuchen, es sei sehr wichtig für das Reich und sein Volk , dass der Herrscher ihn besuche. Also ging  Khorasmshah dahin und fand einen einfach gekleideten alten Mann sitzend, der zu Boden blickte und keinen Ton von sich gab. 
Khorasmshah war durch die ihm sehr demütig erscheinende Art sehr angetan, ja sogar fasziniert und als Ghazi ihn hinterher fragte, was er von dem grossen Sufi-Meister denke, brachte der Herrscher seine Bewunderung zum Ausdruck und war bereit sich von dem alten Mann einweihen zu lassen. Ghazi klärte ihn auf über die wahren Hintergründe dieses Mannes. Der Philosoph hatte einen Pferdeknecht gebeten sich die einfachen Kleider anzuziehen und sich so zu geben, wie er es dann tat. Daraufhin fragte er den Herrscher: „Wie weisst Du, dass die anderen Sufi-Meister sich nicht ebenso gebärden und dahinter verbirgt sich nichts als ein einfältiger Pferdeknecht? Ein Philosoph hingegen ist ganz anders geartet. Wenn er spricht, nimmst Du was er sagt mit Deinem Verstand auf und kannst der Logik seiner Sätze Schritt für Schritt folgen. Er analysiert, vergleicht, stellt in Frage. Es braucht wahrlich viele Schritte und Prüfungen, um dahin zu gelangen, wo ein Philosoph steht. Um ein Sufi zu werden, muss doch einer nur tun wie Dein Pferdeknecht.“
Dieses Erlebnis erschütterte Khorasmshah in seiner Hinwendung zu Nadschmadineh Kobraah und er wandte sich mehr und mehr Ghazi zu, verband sich mit den Ayatollahs, die einen starren Islam vertraten und gab sein Interesse an der Mystik auf.
Als schliesslich der Sufi Meister Madschdedineh Baghdadi auf Grund einer Fatwa  islamischer Ayatollahs auf Befehl von Khorasmshah ermordet ward, wurde dem Vater von Rumi und anderen Sufis schnell klar, dass die Sufis den Geisteskampf im Khorasmischen Reich verloren hatten und die Zeit Balkh zu verlassen, gekommen war. Es offenbarte sich  Ghazi`s Verwicklung, dass Khorasmshah in betrunkenem Zustand den Befehl zu töten, unterschrieben hatte. Der Geisteskampf hatte blutige Folgen. Als ihm am nächsten Morgen dämmerte, was er angerichtet hatte, bereute Khorasmshah den Befehl, doch es war zu spät.  Er eilte sofort zu Nadschmadineh Kobraah, dem Sufi , um sich zu entschuldigen. Kobraah eröffnete ihm kurz angebunden,  dieses Blutvergiessen habe das Schicksal des Reiches entschieden. Zwei Jahre spaeter überrollten Mongolenhorden das Reich und richteten ein Blutbad unter der Bevölkerung an. Khorasmshah ging mit seinem Reich unter, Nadschmadineh Kobraah wurde von den Mongolen ermordet.

Neuanfang in Konya, Zentrum der Seldschucken, Tor nach Europa

H.N.G.: Wie ist Rumis Familie dem Sturm der Mongolen entkommen, denn sie eroberten ja nicht nur die sibirischen Weiten, sondern auch Balkh?
Dr A.: Rumis Familie war da schon längst unter dem Vorwand einer Pilgerreise nach Mekka, auf der Suche nach einem neuen Wirkungsort. Sie machten Station in Neyshapur beim 90 jährigen Fahriduddin Attar, dem Autor der „Konferenz der Vögel“. Da war Rumi 12 Jahre alt. Attar erkannte in ihm eine ungewöhnliche Begabung und widmete ihm später eines seiner Bücher mit dem Titel:“Buch der Geheimnisse“. Über Bagdad und Mekka gelangte Rumis Familie nach Damaskus, wo Rumi Ibn Arabi kennenlernte. Schliesslich kam die Einladung des Seldschukischen Sultans nach Konya , der Hauptstadt des Reiches und die Familie siedelte sich dort an. 
Während dieser langen Reisen unterrichtete der Vater seinen Sohn und die vielen mitreisenden Studenten. Vor allem Rumi unterzog er einer sehr ernsthaften und disziplinierten Schulung. In Konya liess der Seldschukische Sultan Key Khobad eine grosse Anlage mit Schulgebäuden, Moschee und Wohnhaus für Rumis Vater und seine Familie errichten und gab ihm den Auftrag fundierten Unterricht anzubieten. Dieser baute eine berühmte und begehrte Bildungsstätte auf und hatte sehr viele Schüler. 
Als Rumi 24 Jahre alt war, verstarb sein Vater. Kheyrobad beauftragte Rumi mit der Weiterführung der Schule. Rumi war immer in der Nähe seines Vaters gewesen und hatte alle Aufträge von ihm ausgeführt und sehr viel von ihm über Mystik gelernt. So traute er sich zu, diese Schule weiterzufuehren und nahm den Auftrag an.

Borhan Tarmazi und Ibn Arabi formen den nun Vaterlosen

Am Rande der Wüste, im Hinterland Irans, lebte in Tarmaz ein weit entwickelter Schüler von Rumis Vater, der vom Tod seines Meisters in Konya hörte und sich sofort auf den Weg nach Konya machte. 
Tarmazi Borhan wurde von Rumi sehr respektvoll empfangen. Bald machte er Rumi klar, dass er zwar der Erbe der physischen Güter seines Vaters sei, aber bei weitem noch nicht die innere Reife habe die spirituelle Nachfolge seines Vaters anzutreten. Er überzeugte ihn, dass eine Meisterschaft nicht durch Vererbung zu erlangen sei, sondern sich durch eigene disziplinierte und geordnete Arbeit und viele Prüfungen innere Reife bilde. Rumi akzeptierte den Rat Borhan’s, zunächst sieben Jahre lang in Damaskus bei Ibn Arabi in die Schule zu gehen. Er liess seine Familie in Konya zurück und vertiefte sich in die Methoden und Lehren Ibn Arabis, der zuvor in Andalusien gelernt, gelehrt und gewirkt hatte.
Währenddessen hatte Borhan die Leitung der Schule in Konya inne. Nach sieben Jahren kam Rumi zurück aus Damaskus und Borhan akzeptierte ihn nun als seinen Schüler. Drei Jahre lang lebte Rumi sich nun wieder in die Sufi Tradition aus Khorasan unter der Anleitung von Borhan ein. Schliesslich forderte er Borhan auf, als Nachfolger seines Vaters die Schule weiterhin zu leiten, was dieser für weitere vier Jahre tat. Da war Rumi 38 Jahre alt. Borhan starb und Rumi war jetzt so weit die Nachfolge zu übernehmen. Durch seine Studien und Übungen war er nun das Gefäß zweier starker Sufi Strömungen: Andalusischer Stil durch Ibn Arabi, der mit der christlichen Welt in Berührung gekommen war; Khorasanischer Stil durch seinen Vater und durch Borhan aus Tarmaz.

Shams-e-Tabrizi fängt Rumi ein 

H.N.G.: Wann kam der berühmte Shams aus Täbris, von dem in seinen Dichtungen oft die Rede ist, in Rumis Leben?
Dr.A.:Bald nahm sein Leben noch einmal eine Wendung. Als er eines Tages auf einem Esel reitend mit seinen Schülern unterwegs war, hielt ihn Shams-e-Tabrizi am Wegesrand stehend an und fragte, wer er sei. Rumi stellte sich als Meister der Sufi-Schule in Konya vor, worauf ihn Shams aufforderte, sofort vom Esel zu steigen, denn er sei ein Nichts und er gleiche dem Staub unter seinen Füssen und überhaupt noch nicht in der Lage eine solche Stellung innezuhaben. Solch eine Stellung könne nur ein Eingeweihter oder ein Prophet inne haben, warf Shams Rumi entgegen und forderte ihn auf bei ihm, Shams, zu lernen.(3) 
Diese Begegnung war für Rumi ein tiefer und verwirrender Einschnitt, denn was er vorher von der Mystik und der Gnostik begriffen hatte, fand jetzt auf einer tieferen Ebene einen Wiederhall. Shams weckte eine tiefe, ungeschlechtliche Liebe in Rumi, die ihm viel Leid, Sehnsucht und sehr viel Inspiration für seine Dichtungen bescherte. Shams war für zwei einhalb Jahre im Leben von Rumi anwesend und verschwand unauffindbar und unwiederbringbar danach. 
In seinen Dichtungen beschreibt Rumi, Shams als seinen Geliebten, als seinen geistigen Führer, als denjenigen, der ihm Trunkenheit beschert hat. Eine Trunkenheit, die er nicht von berauschenden Getränken erhalten hat, sondern durch spirituellen Zugang zu einem Gefühl des kosmischen Einsseins. In metaphorischer Sprache und in vielen Gleichnissen aus der Natur beschreibt er das Gefühl des Einsseins und der Liebe in seinen Dichtungen.

Die Zeit der Reife

H.N.G.: Was ist das Besondere an Rumi, dass er so viel Aufmerksamkeit in der Welt erfährt?
Dr A.: Als Shams-e-Tabrizi für immer aus Rumis Leben veschwunden war, war Rumi um die 42 Jahre alt und sollte bis zu seinem Tod im 63ten Lebensjahr das Oberhaupt seiner Schule bleiben.
Er widmete sich in der meisten Zeit seinen Dichtungen und hatte lange Rückzugsphasen, in denen er sich der Musik, den Schwingungen, die hinter Rhythmen verborgen sind, hingab und sich in sein Herz und die Welt hinter dem Vorhang versenkte. Zwei Schüler förderte er besonders, welche die vielen Aufgaben und Anfragen, die an Rumi herankamen, übernahmen. Die Nachfolger von Sameddin Tschalapie, einem von den beiden, standen dem Orden der drehenden Derwische über Jahrhunderte vor: Die Familie Tschalapie erlangt wieder mehr Ansehen in der Türkei in den letzten Jahren.
In Rumi hatten sich letztendlich drei Strömungen der orientalischen Mystik getroffen und zu einer neuen Methode geformt. Aus dem Nordosten der khorasanische Stil mit Berührungspunkten aus Schamanentum, Hinduismus und Buddhismus. Aus dem Westen der andalusische Stil mit Anlehnungen an das Christentum. Zuletzt brachte Shams aus dem Nordwesten Persiens, aus Azerbeidschan, wo die Wiege der Zoroastrier und des Mithras-Kultes zu finden waren, wo die Magier ihren Hauptsitz hatten, den azerischen Stil ein.

Musik und Meditation im Gleichgewicht

H.N.G.: Könnten Sie den Stellenwert der Musik bei Rumi etwas weiter ausführen?
Dr A.: Durch Rumi gewann das Sufitum ein Gleichgewicht zwischen Abgewandheit durch einsame Meditation und Samah, was so viel heisst wie musikalische Zusammenkunft, um der spirituellen Seite des Lebens zu huldigen. Die Musik bekam einen sehr hohen Stellenwert in der Mystik durch Rumi. Sehr bedeutende Sufi Meister waren auch Musikforscher. Das hängt mit der Wirkung von Musik auf die menschliche Seele im allgemeinen und den Schwingungen hinter den Rhythmen im besonderen,  zusammen. Diese Rhythmen werden seit alters her als Entwicklungsmittel der tiefmenschlichen Substanz in unterschiedlichen Stufen eingesetzt.
Rumi kann als Begründer eines neuen Sufi-Stils betrachtet werden, in welchem Musik in einer sehr ausgeformten und subtilen Art als spirituelles Schulungsmittel verwendet wird.
Rumis Vermächtnis haben dann andere Sufi-Meister, wie Shah Nematollah Vali, der 100 Jahre nach Rumi wirkte, aufgegriffen. Shah Nematollah reiste viel und seine Art auf Menschen im positiven Sinne einzuwirken ohne ihre Sprache zu sprechen und ohne sie zu belehren, war durch Musik. Diese Musik hat eine unmittelbare Wirkung auf die Seele und den Herzkern der Menschen. Die Musik ist eine direkte Aufforderung zu mehr Spiritualität, zu mehr Menschlichkeit, zu mehr Toleranz gegenüber anderen Weltsichten und Religionen und zu mehr Liebe untereinander.

Rumis Vermächtnis

H.N.G.: Was sehen Sie als Vermächtnis Rumis für unsere Zeit?
Dr A.: Das Erbe Rumi’s für die Menschheit ist genau dies: die engen Grenzen einer vermeintlichen Überlegenheit einer einzelnen Religion oder Weltanschauung oder ihre fundamentalistischen Einengungen aufzubrechen. 
Er war eine Brücke zwischen einzelnen Kulturen. Konya lag und liegt an einem strategischen Brückenkopf zwischen Ost und West in Anatolien.
Rumis Wirken in Konya ist ein Abbild der geografischen Lage dieser Stadt.
Durch Rumi kam der theoretische Aspekt des Sufitums als sozialer Impuls der Öffnung für fremde Welten in die praktische Verwirklichung.
„Eines Tages werden die Menschen auf der ganzen Welt sich mit meinen Gedanken und meiner Dichtung beschäftigen. Einssein mit allem und die Ebene der Gleichheit wird die Menschen auf der ganzen Welt interessieren,“ prophezeite Rumi.
Was ist die Lehre Rumis für unsere Zeit?
Nicht die Verwässerung einzelner Weltanschauungen zu einem Einheitsbrei - aber die Einheit, die sich hinter der Vielheit verbirgt durch individuelle spirituelle Praxis zu erreichen. Abstandnehmen von einengenden und Anspruch auf Absolutheit erhebenden Ideologien, wahrhaftige Selbsterkenntnis, der individuell erarbeitete Weg zum höheren Selbst, zur All-einheit, Erreichen einer globalen Verbundenheit durch spirituelle Praxis.

1. Rumis vollständiger Name lautet Mowlana Jaloleddin Mohammad Balkhi Khorasani, sein Vater hiess Mowlana Bah’e Valad Balkhi. Mowlana heisst spiritueller Meister. Der Herkunftsort ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Namens um jemanden näher zu bezeichnen, da es zu Lebzeiten Rumis keine Familiennamen gab. In der Türkei, zum Beispiel,  wurde den Familien erst 1924 durch Atatürks grundlegende Staatsreformen Familiennamen gegeben.
2. Die Schule von Nadschmadineh Kobraah (der Grosse) hat auch auf Grund eines kleinen Leitfadens über spirituelle Praxis für die Phase des Rückzuges in der spirituellen Schulung Bedeutung erlangt. Viele spätere Schulen haben sich auf diesen Leitfaden gestützt.
3.Auf einem Bild, das im Rumi-Museum in Konya zu sehen ist, wird Rumi auf dem Esel sitzend und nach vorne schauend dargestellt. In mystischer Sprache drückt das die Hinwendung der Aufmerksamkeit auf die materielle Welt aus. Ein Eingeweihter  wird rückwärts sitzend und nach hinten schauend dargestellt. Ein Beispiel dafür ist der Einzug Jesu nach Jerusalem.

Nach oben

Solidarität